MAS Berichte aus der Arbeit.


Regelmäßig schreiben uns Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ihre Erfahrungen und Erlebnisse bei den Veranstaltungen der Musikakademie für Senioren.

Seminarbericht

Klavierseminar mit Christof Hahn - ein Geheimtipp

Wer die Musik unserer Zeit am Klavier entdecken möchte, für den ist das Klavierseminar von Christof Hahn ein Geheimtipp. Hier treffen sich jedes Jahr begeisterte Klavierspieler, die das Interesse an der neuen Musik verbindet. Es kommt nicht darauf an, ob Du gerade die Anfangsgründe des Klavierspiels beherrscht oder Dich in einem fortgeschrittenen Stadium befindest. Denn für jeden Schwierigkeitsgrad gibt es geeignete Stücke: Ein kleines Tanzstück von Arvo Pärt oder eine Bagatelle von Béla Bartók kann ebenso aufregend sein wie das diffizile Nachtstück von Heinz Holliger, die vielschichtigen Miniaturen von György Kurtág oder die vertrackten Inventionen von Erwin Schulhoff. In der von Herrn Hahn zur Verfügung gestellten Literaturliste wird zwischen Cage und Strawinsky jeder etwas für sich finden. Und vor allem gibt Herr Hahn jedem Spieler vielfache Anregungen, die gerade auf ihn persönlich zugeschnitten sind.

Übrigens wird auch vierhändig und an zwei Klavieren gespielt. Spannende Exkurse über einzelne Komponisten mit ihren Werken und ausgewählte Tondokumente ergänzen das Programm – und als Höhepunkt ein Klavierabend, in dem Christof Hahn den Kursteilnehmern in meisterhafter Form einen faszinierenden Querschnitt durch die weite Landschaft der modernen Klaviermusik präsentiert. Auf ausdrücklichen Wunsch der Teilnehmer wird das nächste Seminar um einen Tag verlängert (1.-4. Oktober 2012) und bietet damit auch eine gute Gelegenheit, den Teilnehmerkreis zu erweitern.

Das nächste Seminar mit diesem Thema findet vom 1. bis 4. Oktober 2012 statt. Mit Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine von Christof Hahn zusammengestellte, ausführliche Liste mit Literaturvorschlägen in allen Schwierigkeitsgraden.

Dr. Jürgen Samtleben



Seminarbericht

Blockflöten-Seminar mit Ulrike Jürgensen
Seminar

Das Seminar mit Ulrike Jürgensen hat den Teilnehmerinnen viel Freude bereitet. Es waren ausgefüllte Tage mit einer wirklich kompetenten und geduldigen Seminarleiterin. Die Blockflötenliteratur war gefällig bis anspruchsvoll ausgesucht, gut ausgewählt, bis in die Moderne hinein. So sind die Stunden allzu rasch verflogen. Es gab gute Gespräche und liebe Menschen hier, das Essen schmeckte gut, die Zimmer waren ruhig gelegen und die Gartenanlage leider durch das schlechtere Wetter nicht ganz so zu genießen, wie es hätte der Fall sein können, wenn der August heißer gewesen wäre. Mir hat es gut gefallen bei Ihnen!
 
Dr. Susanne Hilken   



Seminarbericht

Kunstliedgestaltung mit Cristian Peix  -   29.8. bis 2.9. 2011

Ein fröhliches Seminar - vom gemeinsamen Interpretieren der so vielseitigen, die Seele ansprechenden und berührenden Liedkompositionen zum Thema "Weltlich-geistlich, geistlich-weltlich" von Bach über Klassik, Romantik bis in die Moderne - führte drei Pianisten und sechs Sänger zusammen; immer wieder angespornt, gefördert und begeistert von unserem exzellenten Dozenten Cristian Peix!

Unglaublich, was jeder von uns in diesen kurzen fünf Tagen an Stimmbildung, Interpretation, Aussprache und Körperhaltung lernte! Man wirbelte bis zum hohen Ges und B; und auch wenn man den Ton einmal nicht genau traf, spornte Herrn Peix' fröhlich zustimmendes Lächeln zum Weitermachen an. Wie doch Gymnastik und Lockerungsübungen helfen! Cristian Peix instruierte uns auch, wie viel besser und schneller wir lernen durch ein systematisches Einüben unbekannter Werke.

Beglückend für die Blockflötengruppe unter Leitung von Ulrike Jürgensen war das gemeinsame Konzert zusammen mit unserer Lied-Interpretationsgruppe. Bereichernd für beide Seiten das Aufführen des Chorals "Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen" aus Bachs Motette "Jesu, meine Freude" und Mozarts Arie "Das klinget so herrlich, das klinget so schön".

Gibt es einen besseren Abschluss, als die Vertonung des schlesischen Komponisten Edmund Nick (Vater der vielfach preisgekrönten Lyrikerin Dagmar Nick) "Vom Sinn des Lebens", gesteigert durch weitere lustige Gesänge und Gedichte? Ob unsere bewusst als Duo interpretierte "Warnung" von Mozarts "Männer suchen stets zu naschen" verinnerlicht wurde? Und es erklang Mozarts "Lied der Trennung".

Cristian Peix: "Ach, denk an unser Scheiden! Vergiss  u n s  nicht!" Möge dieses Abschlusskonzert uns anspornen, im nächsten Jahr weiteren Gästen und/oder Bewohnern eines Seniorenheims die Freude an unserer Interpretation französischer Lieder der Romantik übermitteln zu können!

Allen Organisatoren - besonders Herrn v. Kameke, Frau Zahn, Herrn Peix und der Küche im Nordkolleg - gilt unser herzlicher Dank!

Ingeborg Gräfin v. Pfeil


Seminar Kunstliedgestaltung

Was bedeutet mir das Seminar "Kunstliedgestaltung" und was war das Besondere an dem diesjährigen "Weltlich – geistlich, geistlich – weltlich"?

Vorausschicken möchte ich, dass ich mich die ganze Zeit seit dem Seminar im letzten Jahr darauf gefreut habe - beim Üben der Lieder und auch zwischendurch.Für mich war das Kunstliedgestaltungsseminar bei Christian Peix etwas ganz Besonderes, weil Herr Peix es wieder geschafft hat, durch spezielle Stimmbildungsübungen und Hinweise im Einzelunterricht meine Stimme zum Klingen zu bringen und überflüssige Vibrati zu vermeiden.
Beim Chorsingen muss ich mich immer zurückhalten und darf möglichst nur im Kopfregister singen. In Rendsburg jedoch wurde die Stimme "befreit".Dazu kam als etwas ganz Neues, dass wir nicht nur den Blockflötenseminar-Teilnehmerinnen und-Teilnehmern unter Frau Jürgensen vormusiziert haben und sie uns – auch gemeinsames Musizieren gab es dabei -, sondern dass wir zum ersten Mal im Nordkolleg am Gerhardshain ein öffentliches Konzert gegeben haben, bei dem ich mich noch steigern konnte.
Die Harmonie in unserer Gruppe war gut und dem mich begleitenden Pianisten bin ich sehr dankbar, wie auch selbstverständlich Herrn Peix, der mir zu diesem Erfolg verholfen hat.

Greta Rambatz
19.09.2011


A/4/2011
Dienstag, 28.06., 16:00 - Donnerstag, 30.06., 13:00
Maritim Strandhotel Travemünde 

Instrumente lebendig erklärt und vorgeführt

instrumentenkunde

Erstmals fand in diesem Jahr im Hotel Maritim in Travemünde ein drei- tägiges Seminar "Instrumentenkunde" statt - Neuland bei der MAS. Ein Risiko? Keineswegs!
24 Interessierte sahen sich reichlich belohnt. Drei Instrumente: Oboe, Querflöte und Violoncello wurden von drei namhaften Mitgliedern der Hamburger Philharmoniker erläutert: Anke Braun (Querflöte), Thomas Rohde (Oboe) und Thomas Tyllak (Violoncello). Ihre Persönlichkeiten und Kompetenz sorgten für lebendigen Austausch zwischen den Künstlern und dem fragenden "Publikum".
Nicht nur die Instrumente und ihre Verwandten wurden erklärt und in hervorragenden Musikbeispielen die Klangunterschiede dargestellt, sondern auch Historisches wurde wichtig, z.B. die bahnbrechende Erfindung der Klappen im 19. Jahrhundert. In mythischen Zeiten spielte der Hirtengott Pan auf seiner Panflöte, aus der sich die Oboe entwickelte. Und wer weiß schon, dass die Flöte 3500 Jahre alt ist? Eine solche wurde jetzt in der Schwäbischen Alb gefunden; ein einfacher kleiner Röhrenknochen mit artifiziellen Löchern. Sie ist noch heute bespielbar!
Anke Braun hatte ihre erstaunlich umfangreiche Sammlung einfacher und komplizierter Blasinstrumente aus globalen Jahrhunderten mitgebracht. Die Geschichte der Streichinstrumente, ihre erfahrungsbedachte Form und das alte Holzmaterial wurden besprochen; ebenso der Celloklang, der der menschlichen Stimmlage am meisten entspricht.
Die Referenten führten in unsere Zeit zurück, zu Klassik, Romantik, Moderne, und sie schilderten mit Humor auch das Miteinander in einem Orchester und im Orchestergraben.
Musikbeispiele aus der Renaissance und von J.S. Bach, auf der Oboe von Thomas Rohde vorgetragen, ließen den Ausbau des Melodiegerüstes durch Verzierungen erkennen: Durchgangs- und Wechselnoten, Vorhalte, Triller, spontan und belebend, als überraschende Ergänzung, oder durch den Komponisten schon vorgeschrieben und damit den Stil festschreibend und tradierend.
Das Seminar soll alle zwei Jahre als Reihe fortgesetzt werden.

Sehr empfehlenswert!

Dr. Birgit Hambach-Uldall


MAS - Jahrestagung VII
„Aufbruch zu neuen Ufern“
Das beginnende 20. Jahrhundert
15. – 20. November 2010

Und wieder konnten mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Travemünde beglückende, bereichernde Tage erleben, an deren Ende unterschiedliche Mosaiksteine aus Kultur, Musik und Politik ein beeindruckendes Gesamtbild vom Aufbruch in die Moderne entstehen ließen.
Die Begegnung wissensdurstiger, aufmerksamer Zuhörer mit einer außergewöhnlichen Dozentenkompetenz stellt wohl erneut das Geheimnis des Gelingens dar.
Der immer gleiche Tenor von Untergang, Veränderung und Aufbruch zog sich wie ein roter Faden durch die Woche, als geeigneter Handlauf auf dem Weg der Zuhörer durch die unterschiedlichen Disziplinen:
Historisch gesehen bildet sich der Niedergang der K.u.K.-Monarchie, ganz Europas und der Eliten in dem Satz von Professor Matthée ab: „Ein Baum, der sich zum Sterben anschickt, leuchtet in den schönsten Farben.“ Trotz des prächtigen „Schönbrunner Gelbs“ ist Wien ein „gärender Brei“.
Auch die Musik befindet sich an einem Wendepunkt, wenn der klassische Aufbau der Sinfonie nicht mehr funktioniert wie bei Gustav Mahler („Kuckuck hat sich zu Tode gefallen“, 3. Sinfonie), wenn Béla Bartók sich von den bisherigen Dur-Moll-Tonalitäten verabschiedet und wenn 1925 die Oper Wozzeck des Schönbergschülers Alban Berg eine Scheidemarke in der Opernkultur darstellt und dessen Violinkonzert 12-tönig durchkomponiert ist. Auch die Entwicklung der Sinfonischen Dichtung mit Richard Strauss als Höhepunkt stellt Zuhörer vor neue große Herausforderungen. Dass „der Unterschied zwischen einer Kuh und einem Schaf ein Fagott“ ist, lernen wir bei den Vier Jahreszeiten von Joseph Haydn, der Keimzelle sinfonischer Dichtung.
Die Architektur sucht ebenfalls europaweit nach neuen Wegen; denn „alles muss anders werden“. Dennoch finden Jugendstil und Bauhaus nur geteilte Aufmerksamkeit, bis hin zur Ablehnung.
Literatur und Philosophie stimmen ein in den allgemeinen Abgesang: Schriftsteller verlieren ihre Sprache, weil das Ich zerbricht, und Martin Heidegger schweigt zur Musik, wenn er mit 45 Jahren sein kunstphilosophisches Hauptwerk „Der Ursprung des Kunstwerkes“ schreibt, wohl weil die Frage nach der Kunst, der Musik zur Frage nach dem Sein führt.
In all den Tagen habe ich mehr vom Niedergang gehört als von einem gelungenen Aufbruch, vielleicht vor dem Hintergrund der heutigen Zeit? Meine biografische Nähe zum dargestellten Zeitraum ließ mich die Vorträge in besonders intensiver Weise aufnehmen.
Dankbar schaue ich auf eine gelungene interdisziplinäre Zusammenschau eines historischen Abschnittes zurück, auch auf den wunderbaren Abend „MAS für MAS“, bei dem mich Mitglieder der Akademie mit ihrem Spiel und Gesang tief beeindruckten.
Jutta Wilfert, Dozentin und Präsidiumsmitglied der MAS

Orgelreise ins zauberhafte Elsaß
22. - 27. September 2010

SIlbermann Orgel

Im September 2010 begaben sich fast 40 Orgel- Interessierte auf eine 6-tägige Reise ins Elsass. Mit dem Zug ging es nach Freiburg, von dort mit dem Bus über die Grenze nach St. Hippolyte.
Unser Hotel ist wunderschön in Weinbergen gelegen und in ein denkmalgeschütztes Gebäude integriert: Ursprünglich war es ein Kloster, später wurde es als Schule genutzt. Heute ist alles frisch saniert, aufs feinste modernisiert, es wurde erst vor drei Monaten eingeweiht.
Die Orgeln von Vater Andreas und Sohn Johann Andreas Silbermann, die in den Jahren 1701 bis 1783 ca. 90 Orgeln bauten, standen im Mittelpunkt unserer Ausflüge: Noch heute sind im Elsass ca. 30 erhalten und auch spielbar. (Bruder bzw. Onkel Gottfried Silbermann baute derweil Orgeln in Thüringen).
4 Kantoren brachten die Orgeln in Ebersmünster, Chatenois, Marmoutier, Molsheim, Niedermorschwihr und Ribeauville zum Klingen – für alle ein besonderer Genuss.
Neben den Orgeln stand u.a. die humanistische Bibliothek in Selestat auf dem Programm: Wir sahen dort Inkunabeln mit Neumen: Es handelt sich um die erste Noten-„Schrift“, obwohl Noten-“Zeichen“ vielleicht richtiger formuliert wäre.In Colmar bewunderten wir den Isenheimer Altar.
Am letzten Tag besuchten wir Straßburg: Wir nahmen an einer Messe im Münster teil und rundeten unseren Besuch mit einer Schifffahrt auf der Ill ab.

Unser Reiseleiter Michel verstand es, die Reisegruppe umfassend zu informieren, zu fesseln,  zu begeistern und alle Schäfchen zusammenzuhalten - kein kleines Kunststück.
Die Fürsorge von Frau Zahn und Herrn Pahl sind hinlänglich bekannt, sollen dennoch aber nicht unterschlagen werden.

Gesamturteil: „wiederholenswert“!
MAS-Mitglied Monika Schmutte