MAS Berichte aus der Arbeit.


Regelmäßig schreiben uns Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ihre Erfahrungen und Erlebnisse bei den Veranstaltungen der Musikakademie für Senioren.

MAS - Jahrestagung VII
„Aufbruch zu neuen Ufern“
Das beginnende 20. Jahrhundert
15. – 20. November 2010

Und wieder konnten mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Travemünde beglückende, bereichernde Tage erleben, an deren Ende unterschiedliche Mosaiksteine aus Kultur, Musik und Politik ein beeindruckendes Gesamtbild vom Aufbruch in die Moderne entstehen ließen.
Die Begegnung wissensdurstiger, aufmerksamer Zuhörer mit einer außergewöhnlichen Dozentenkompetenz stellt wohl erneut das Geheimnis des Gelingens dar.
Der immer gleiche Tenor von Untergang, Veränderung und Aufbruch zog sich wie ein roter Faden durch die Woche, als geeigneter Handlauf auf dem Weg der Zuhörer durch die unterschiedlichen Disziplinen:
Historisch gesehen bildet sich der Niedergang der K.u.K.-Monarchie, ganz Europas und der Eliten in dem Satz von Professor Matthée ab: „Ein Baum, der sich zum Sterben anschickt, leuchtet in den schönsten Farben.“ Trotz des prächtigen „Schönbrunner Gelbs“ ist Wien ein „gärender Brei“.
Auch die Musik befindet sich an einem Wendepunkt, wenn der klassische Aufbau der Sinfonie nicht mehr funktioniert wie bei Gustav Mahler („Kuckuck hat sich zu Tode gefallen“, 3. Sinfonie), wenn Béla Bartók sich von den bisherigen Dur-Moll-Tonalitäten verabschiedet und wenn 1925 die Oper Wozzeck des Schönbergschülers Alban Berg eine Scheidemarke in der Opernkultur darstellt und dessen Violinkonzert 12-tönig durchkomponiert ist. Auch die Entwicklung der Sinfonischen Dichtung mit Richard Strauss als Höhepunkt stellt Zuhörer vor neue große Herausforderungen. Dass „der Unterschied zwischen einer Kuh und einem Schaf ein Fagott“ ist, lernen wir bei den Vier Jahreszeiten von Joseph Haydn, der Keimzelle sinfonischer Dichtung.
Die Architektur sucht ebenfalls europaweit nach neuen Wegen; denn „alles muss anders werden“. Dennoch finden Jugendstil und Bauhaus nur geteilte Aufmerksamkeit, bis hin zur Ablehnung.
Literatur und Philosophie stimmen ein in den allgemeinen Abgesang: Schriftsteller verlieren ihre Sprache, weil das Ich zerbricht, und Martin Heidegger schweigt zur Musik, wenn er mit 45 Jahren sein kunstphilosophisches Hauptwerk „Der Ursprung des Kunstwerkes“ schreibt, wohl weil die Frage nach der Kunst, der Musik zur Frage nach dem Sein führt.
In all den Tagen habe ich mehr vom Niedergang gehört als von einem gelungenen Aufbruch, vielleicht vor dem Hintergrund der heutigen Zeit? Meine biografische Nähe zum dargestellten Zeitraum ließ mich die Vorträge in besonders intensiver Weise aufnehmen.
Dankbar schaue ich auf eine gelungene interdisziplinäre Zusammenschau eines historischen Abschnittes zurück, auch auf den wunderbaren Abend „MAS für MAS“, bei dem mich Mitglieder der Akademie mit ihrem Spiel und Gesang tief beeindruckten.
Jutta Wilfert, Dozentin und Präsidiumsmitglied der MAS

Orgelreise ins zauberhafte Elsaß
22. - 27. September 2010

SIlbermann Orgel

Im September 2010 begaben sich fast 40 Orgel- Interessierte auf eine 6-tägige Reise ins Elsass. Mit dem Zug ging es nach Freiburg, von dort mit dem Bus über die Grenze nach St. Hippolyte.
Unser Hotel ist wunderschön in Weinbergen gelegen und in ein denkmalgeschütztes Gebäude integriert: Ursprünglich war es ein Kloster, später wurde es als Schule genutzt. Heute ist alles frisch saniert, aufs feinste modernisiert, es wurde erst vor drei Monaten eingeweiht.
Die Orgeln von Vater Andreas und Sohn Johann Andreas Silbermann, die in den Jahren 1701 bis 1783 ca. 90 Orgeln bauten, standen im Mittelpunkt unserer Ausflüge: Noch heute sind im Elsass ca. 30 erhalten und auch spielbar. (Bruder bzw. Onkel Gottfried Silbermann baute derweil Orgeln in Thüringen).
4 Kantoren brachten die Orgeln in Ebersmünster, Chatenois, Marmoutier, Molsheim, Niedermorschwihr und Ribeauville zum Klingen – für alle ein besonderer Genuss.
Neben den Orgeln stand u.a. die humanistische Bibliothek in Selestat auf dem Programm: Wir sahen dort Inkunabeln mit Neumen: Es handelt sich um die erste Noten-„Schrift“, obwohl Noten-“Zeichen“ vielleicht richtiger formuliert wäre.In Colmar bewunderten wir den Isenheimer Altar.
Am letzten Tag besuchten wir Straßburg: Wir nahmen an einer Messe im Münster teil und rundeten unseren Besuch mit einer Schifffahrt auf der Ill ab.

Unser Reiseleiter Michel verstand es, die Reisegruppe umfassend zu informieren, zu fesseln,  zu begeistern und alle Schäfchen zusammenzuhalten - kein kleines Kunststück.
Die Fürsorge von Frau Zahn und Herrn Pahl sind hinlänglich bekannt, sollen dennoch aber nicht unterschlagen werden.

Gesamturteil: „wiederholenswert“!
MAS-Mitglied Monika Schmutte

Reise ins Ruhrgebiet – Kulturhauptstadt Europas 2010
6. bis 10. Juli 2010

Ruhrreise
Schon die Anfahrt und das Hotel in Gelsenkirchen, direkt am Stadtgarten gelegen mit altem Baumbestand, machen klar, dass wir auf der Reise in ein grünes Ruhrgebiet sind. Alle Städte, Denkmäler, Museen – auch Halden und Brachen der Industrie – sind üppig begrünt. Die Tour durch die „Kulturhauptstadt“ zeigt uns eine große Vielfalt; die Prägung des Gebietes durch die Kohle- und Stahlindustrie, aber auch die gewachsene Kultur und Natur eines Teiles von Deutschland, den ich so schön und interessant nicht erwartet hatte.
 
Gleich am ersten Tag standen u.a. die moderne Oper in Gelsenkirchen und die Villa Hügel auf dem Programm. Letztere, sehr aufschlussreich, machte uns die Führung doch die Geschichte der Familie Krupp und deren Probleme und Aufstieg klar.
Im Kloster Werden hatten wir  anschließend die Möglichkeit, durch die Folkwang-Hochschule geführt zu werden. Am Abend entspannte uns ein schönes Orgelkonzert von Prof. von Kameke.

Ruhrreise2010Der absolute Höhepunkt der Reise jedoch war die Stadt Essen:
- die Zechen, allen voran die Zeche Zollverein mit ihrer Technik, aber auch ihrer Baukultur
- die Wohnsiedlungen für die Arbeiter, z.B. Margarethenhöhe
- der „Thyssengürtel“ mit den modernen Industriegebäuden, und mitten darin das alte Wohnhaus der Familie Krupp
aber auch
- die neue Oper, das Aalto-Musiktheater, am Abend sahen wir die Oper „Nabucco“, in die uns der Dramaturg der Oper bereits eingeführt hatte
- die neue Philharmonie Essen, deren Schönheit uns atemlos machte und in der uns Prof. Stangier die wunderbare Orgel vorführte.
Zu den sog. Highlights gehörte auch die Fahrt durch den größten Binnenhafen Europas in Duisburg und die anschließende Kurzbesichtigung der gelungenen neuen Architektur des Innenhafens, eine gekonnte Verbindung von Wohn- und Industriekultur.
Zum Abschluss der Reise gab es noch eine weitere Überraschung: Prof. Stangier führte uns die wunderbare Orgel im Dom zu Essen vor.

Wesentlich beigetragen zu dieser gelungenen Reise haben die umsichtigen Führungen, besonders die charmante, kompetente Art unserer jungen Führerin, der es ganz offensichtlich ein Anliegen war, uns ihre interessante Heimat zu zeigen, aber auch die ruhige, humorvolle, tolle Fahrpraxis unseres Busfahrers.

Vor allem aber: Immer gut zu wissen um die ständige, beruhigende und leitende Anwesenheit von Frau Zahn und unseres „Chefs“ Prof. von Kameke. Ich habe die Reise sehr genossen und bedanke mich bei Ihnen!

Anke Mayer-Schürfeld


MAS Reise Ruhr 2010 Kulturhauptstadt Europas vom 6. bis 10. Juli 2010

Wer sich der Reise ins Ruhrgebiet mit der klischeehaften Vorstellung des Ruhrgebiet als einer von Kohle- und Stahlindustrie geprägten Region anschloss, durfte bald erfahren, dass dieses Klischee schon lange nicht mehr der Wirklichkeit entspricht. Begleitet von kenntnisreichen und sehr engagierten Reiseführern offenbarte sich die Region zwischen Ruhr, Rhein und Emscher als ein Revier zwar von industriegeprägter Landschaft - man denke nur an den Blick vom Gasometer in Oberhausen - aber doch mit viel Grün unter strahlend blauem Himmel, von architektonischem Reichtum, von langer kirchengeschichtlicher Vergangenheit und von beeindruckender kultureller Vielfalt. Trotz verheerender Zerstörung im zweitem Weltkrieg und dem Abrisswahn. der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts blieb genug stehen oder wurde neu erschaffen, was eine Besichtigung lohnt: die Wohnsiedlungen der Hütten- und Bergarbeiter, die Villa Hügel als Wohnsitz der Familie Krupp, Gebäude von hervorragender Industriearchitektur, die ofl nur mit Mühe vor dem Abriss gerettet werden konnten und nun als Weltkulturerbe gefeiert werden, sowie die Beispiele moderner Architektur und Stadtplanung. Verblüffend die Ähnlichkeit des Duisburger Innenhafens mit Hamburgs Hafen-City. Nutzungskonzept und architektonische Umsetzung stehen offensichtlich Modell bei der Planung und Realisierung des neuen Hamburger Stadtteils.
Die drei im Rahmen der Reise an völlig unterschiedlichen Orten besuchten Ausstellungen zu sehr unterschiedlichen Themen dokumentieren darüber hinaus die große Vielfalt der Museumslandschaft des Ruhrgebietes: die Ausstellung „Das schönste Museum der Welt" im wunderschönen Erweiterungsbau des Folkwangmuseums in Essen, die Ausstellung „ Sternstunden - Wunder des Sonnensystems" im Gasometer zu Oberhausen und der Domschatz im Essener Dom . Was aber wäre eine Reise der MAS ohne Musik. So stand auf dem Programm der Reise der Besuch einer Aufführung von Verdis Nabucco im Aalto - Musiktheater in Essen. Der Aufführung vorausgegangen war eine Einführung durch Herrn Szcepanski , einem Mitarbeiter des Aalto - Musiktheaters, in der es neben dem szenischen und musikalischen Inhalt der Oper auch um das Ziel der Inszenierung ging, nämlich, die Aktualität von in der Oper auftauchenden Konflikten herauszuarbeiten, beispielsweise den Konflikt zwischen religiöser und politischer Macht. Am Ende der Aufführung blieb umstritten, wie weit die Inszenierung dieses selbst gesteckte Ziel hat erreichen können.
Eine Führung durch die Folkwang - Hochschule für Musik, Theater und Tanz, untergebracht in dem barocken Gebäude des ehemaligen Benediktiner Klosters Werden, und der Besuch der benachbarten spätromanischen Abteikirche St. Ludgerus bedeutete die erste Begegnung mit der mehr als tausendjährigen kirchlichen Geschichte des Ruhrgebiets. Hier begann auch der kleine Orgelzyklus, der jedem Tag sein individuelles Gepräge gab, und sicherlich zu den Höhepunkten der Reise zählte: hier in St. Ludgerus der warme Ton der Klais - Orgel, später dann von ganz anderem Charakter die Stockmann - Orgel in der neugotischen Kirche St. Augustin in Gelsenkirchen, auf der Herr Prof. von Kameke ein beeindruckendes Konzert gab mit Werken vorwiegend barocker Komponisten. Ruhrreise Wieder ganz anders verlief die Vorführung der Kuhn - Orgel mit Herrn Prof. Stangier in der Essener Philharmonie. Es wurde eine beeindruckende Lehrstunde über die Bausteine einer Orgel im Allgemeinen und die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Klanggestaltung dieser modernen Konzertorgel. Da gab es ein wenig Theorie und eine Fülle von wunderbaren Klangbeispielen und Improvisationen. Die Reise endete, wie man es sich nicht besser hätte wünschen können: mit einem großartigen Vorführung der Rieger - Orgel im Dom zu Essen. Herrn Prof. von Kameke und Frau Zahn sei herzlich gedankt für diese beeindruckende Reise.
MAS-Mitglieder Gerhild und Hinrich Brehmer

Bericht über das Kreativ-Seminar der MAS 2010

Im August fand vergnüglich und anregend wieder das Kreativ-Seminar der MAS statt, dieses Mal im Christophorus-Haus in Ratzeburg. Zwei „Neulinge“ frischten die Runde auf zu jetzt neun Teilnehmern. Sie fügten sich glatt ein, und es entstand der Geist gegenseitiger Empathie, der Unsicherheiten aufhebt. Dadurch glichen sich Unterschiede in der Vorbildung aus. Grundkenntnisse am Klavier sind jedoch wünschenswert.
Professor von Kameke verstand es, jeden seiner Schüler „dort abzuholen, wo sein Kenntnisstand ist“.

Es wurden Hörübungen unternommen und Rhythmusnotierungen an der Tafel. Allgemein werden Musiktheorie und Harmonielehre zunehmend interessant, zumal wenn man darin die eigenen kompositorischen Ergebnisse staunend wiederfindet. Man gestaltet eine Melodie oder einen Satz ja nicht im Hinblick auf die Theorie, sondern das Kreative ergibt sich in uns. Das Gespräch glitt auch ab in historische philosophische Nebenthemen. „Musik ist unbestreitbar vorhanden, und doch nicht existent“ führte zu transzendentalen Aspekten.kreativ seminar 2010

Es wurden Liedformen durchgenommen und eigene oder bekannte Melodien erweitert oder variiert und nach anderen Möglichkeiten der Harmonisierung kleiner Tonfolgen gesucht. Höhepunkte waren wie immer das Vortragen mitgebrachter Kompositionen, zu denen dann ggf. einfallsreichere Änderungen erwogen werden.

Abends saßen wir (auch das freiwillig) ein Stündchen bei einem Glas Rotwein zusammen.

Wahrscheinlich ist dieser Kreativ-Kurs musikalischer Art für Senioren der einzige in Deutschland. Jeder ist uns willkommen!

Birgit Hambach-Uldall

Kunstlied Seminar

Das Thema "Kunstlied" lockte einige Musikbegeisterte voller Erwartung nach Eutin. In wunderschöner Umgebung - das Hotel liegt direkt am Kellersee - genossen wir vier Tage lang die hervorragenden Beiträge der drei Dozenten. Als erste brachte uns Frau Prof. Dr. Elena Wanske das Liedschaffen Schuberts und Schumanns nahe durch ausgewählte Beispiele, indem sie auf das Wechselspiel von Sprachrhythmus, Singstimme und Klavier anhand von Notenbeispielen aufmerksam machte, Klänge am Klavier demonstrierte und die entsprechenden CDs vorspielte. Es war ein Genuss, dem Vortrag zuzuhören, da bei allen Details auch die Begeisterung der Sängerin durchklang. Herr Cristian Peix führte danach in die Liedkompositionen von Brahms und Mahler ein. Er faszinierte die Zuhörer durch sein wunderbares Klavierspiel, das sowohl Weiterentwicklung als auch Besonderheiten der beiden Komponisten deutlich machte. Er zeigte, welche wesentliche Bedeutung die Klavierstimme für das Lied und den Text hat. Auch hier rundeten CDs und Interpretationsvergleiche das Bild ab. Abschließend führte Herr Peter-Amadeus Schneider eine Fülle unbekannter Liedkomponisten des 19. Jahrhunderts vor, die, wie er sagte, - den Humus gebildet haben, aus dem Komponisten wie Schubert, Schumann, Brahms und Mahler erst möglich wurden -. Wer hatte vorher schon von August Bungert oder Adolf Jensen gehört ( um nur zwei von ihnen zu nennen )? Neben ausgewählten CDs bereiteten uns Herr Schneider mit seinem voll tönenden Bariton und Herr Peix mit seiner einfühlsamen Klavierbegleitung einen besonderen Kunstgenuss. Eindrucksvoll waren die Vergleiche der Vertonungen derselben Gedichte durch unterschiedliche Komponisten. Alle drei Dozenten begeisterten sowohl durch ihr umfangreiches Wissen als auch ihre Musikalität. Ein Seminar, das noch lange nachwirken wird!
Heike Caselitz

"Begegnung mit Musik" - Akademie weckt alte Leidenschaft

so titelt der "Holsteinische Courir" am 21.5.2010 einen Bericht über das MAS Klavier Seminar in Rendsburg.
Loccum 2010 ....."Was für ein Tag für Dr. Renate Fechner: Ihr Leben lang hat sie nur daheim Klavier gespielt und nun sollte sie vor Bewohnern des Seniorenzentrums das erste Mal quasi öffentlich auftreten.
Sie war nicht die einzige, die an diesem Tag in demHaus musizierte. Ein Dutzend andere Musiker führten am Klavier vor, was sie in der Musik-Akademie für Senioren gelernt hatten.
Die MAS hat es sich zur Aufgabe gemacht,die Liebe zur Musik zu erhalten oder zu wecken.Dazu dienen das gemeinsame Musizieren und Singen, musikgeschichtliche Vorträge, Komponistenportraits, Oper, Sinfonik, Kirchenmusik, Musiktheorie und Kulturreisen..   .... Doch weder das Alter, noch die Frage ob man als Anfänger oder Fortgeschrittener mitmache, spielt eine Rolle. ... Prof. Ernst-Ulrich von Kameke hat die Musikakademie vor Jahren aus der Taufe gehoben. "jung und vergnügt" bleiber jeder, so von Kamekes Credo, wenn er aktiv musiziere.
Eine Lebensreise in "Dur und Moll" ist seine Autobiografie überschreiben und in der Tat hat der in Großenaspe lebende Professor unter anderem als Konzertorganist, als Chor- und Orchsterdirigent, Komponist unsd Hochschullehrer gearbeitet.   ... Letzlich versteht er Musik auch als Mittel gegen Einsamkeit und gründete daher die Akademie, um generationsübergreifende Begegnungen mit Musik zu ermöglichen.

Montag, 31.05. - Freitag, 04.06.
St. Burkadus-Haus, Würzburg

Bach-Kantaten


Erfolgreiches Seminar über Bach-Kantaten und Motetten in Würzburg

Nachdem das Thema der Ökumene in den letzten Jahren in den Tagungen der Musik-Akademie für Senioren in Würzburg im Vordergrund gestanden hat, wurden in diesem Jahr 7 Kantaten und 2 Motetten erläutert, analysiert und in den hervorragenden Interpretationen von Helmut Rilling und seinem Stuttgarter Ensemble zu Gehör gebracht.

Einen besonderen Akzent erhielt dieses Seminar wieder durch die Teilnahme von Bischof em. Prof. Dr. Paul-Werner Scheele und dem Ordinarius für Musikwissenschaft der Würzburger Universität Prof. Dr. Ulrich Konrad. Beide Referenten sprachen über verschiedene Bach-Kantaten, außerdem Prof. Konrad zum Thema „J.S. Bach und die Ökumene aus katholischer Sicht“.

Prof. Ernst-Ulrich von Kameke ergänzte das gesamte Thema durch die Beschäftigung mit den beiden bekannten Bach-Motetten „Jesu, meine Freude“ und „Singet dem Herrn ein neues Lied“.

Alle erwähnten Werke wurden durch prominente CD-Aufnahmen klanglich beleuchtet und, und wiederum erwies es sich, welch unendlicher Reichtum an Ideen - sowohl in Klang und Melodik als auch Symbolik und Klangrede - uns durch diesen großen Komponisten beschert worden ist.

Anregende Abendgespräche und ein Ausflug in das Bürgerspital rundeten das Gemeinschaftserlebnis in der Mainmetropole Würzburg als einen neuen Höhepunkt der diesjährigen MAS-Veranstaltungen ab.


Chortreffen der MAS in Kloster Loccum
vom 12. bis 16. Mai 2010

Alle Jahre wieder …

Aus 25 verschiedenen Wohnorten kamen 48 Chorsänger in dem wunderschön gelegenen Kloster Loccum zusammen, um ein vielseitiges Programm einzustudieren und als Abschluss in einer Abendvesper in der Martini-Kirche Rehburg vor einer kleinen Zuhörerschar darzubringen.Loccum 2010
Unter der Leitung von Prof. Ernst-Ulrich von Kameke, dem Gründer der Musik-Akademie für Senioren, waren Werke von H. Schütz (111. Psalm), 2 Motetten von H. Distler, S. Reda (Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras), H. Kaminski (Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir) und J.S. Bach (Motette: Lobet den Herrn, alle Heiden) zu hören.
Durch konzentriertes, viertägiges Proben und gemeinsames Musizieren entstand schnell eine herzliche und freundschaftliche Verbindung unter den Sängern, von denen sich manche seit Jahren, andere noch gar nicht kannten. Die erfahrene und weithin bekannte Stimmbildnerin Prof. Elisabeth Bengtson-Opitz (Hamburg) verhalf den Sängern zu stimmtechnischer Sicherheit und verbesserte damit den Chorklang erheblich innerhalb dieser  Tage. Dreimal täglich fanden Stimmbildungseinheiten von 30 bis 45 Minuten statt, auf Wunsch konnte man auch Einzelberatung erfahren, in der Frau Bengtson-Opitz auf individuelle Fragen und Schwierigkeiten einging. Bewundernswert ist jedes Jahr wieder das Durchhaltevermögen der Teilnehmer: 7 bis 8 Stunden Proben am Tag!
Keiner der  Zuhörer wollte glauben, dass die meisten Sänger dieses Chores über 60 Jahre alt sind und einen Klang zustande bringen, dem das Alter der Sänger nicht im geringsten anzumerken ist.

Unter den vielen Fortbildungsangeboten der nunmehr 17 Jahre existierenden Musik-Akademie für Senioren hat sich das Chorsingen mit jährlich drei mehrtägigen Zusammenkünften fest eingefügt. Für Sänger, die aus Altersgründen aus ihren Chören entlassen werden, tut sich hier die Möglichkeit auf, eine neue chorische Heimat zu finden. Sie werden weiter professionell beraten und können Musik auf dem gleichen Niveau, wie sie es von ihren  früheren Chören gewohnt waren, erarbeiten und vortragen.
Der Termin für nächstes Jahr steht bereits fest: 1. bis 5. Juni 2011.
Wir freuen uns über neue Chormitglieder und Anmeldungen (Tel./Fax: 040/6408809, zahn@musik-akademie.de).

Barbara Zahn



MAS-Seminar in Kloster Nütschau
„Die Zukunft der Ökumene“  und  „Staat und Kirche“


v.l. Hauptpastor Alexander Röder, Prof. Dr. Otto Herrmann Pesch, Prof. Ernst-Ulrich von Kameke, Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke
Vier prominente Würdenträger der Kirchen zu Besuch bei der MAS
Vor einem äußerst interessierten Hörerkreis referierten Hauptpastor Alexander Röder (Hauptkirche St. Michaelis, Hamburg), Prälat Dr. Stephan Reimers (Hamburg), Prof. Dr. Otto Hermann Pesch (München) und Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (Hamburg) zu diesen wichtigen Themen und nahmen an lebhaften Rundgesprächen teil.
Mit Absicht wurden die aktuellen Themen ausgeklammert; statt dessen wurde von verschiedenen Seiten deutlich gemacht, dass wir Christen allen Grund haben, für die Entwicklung der Ökumene in den letzten Jahren sehr dankbar zu sein.
Durch einige wertvolle Hinweise stellte sich heraus, dass es in der Vergangenheit durchaus auf dem Gebiet der Eucharistie Annäherungen gegeben hat. So hat z.B. Papst Johannes Paul II. dem Prior von Taizé Roger Schutz das Heilige Mahl persönlich gereicht. Darüber hinaus war allen Beteiligten klar, dass die Praxis in dieser Frage landauf, landab völlig anders ist als es die Vorbehalte der Kongregation aus Rom erscheinen lassen. Schon 1972 hat es gemeinsame Abendmahlsfeiern zwischen Lutheranern, Reformierten und Methodisten gegeben. Besondere Schwierigkeiten scheinen dann zu entstehen, wenn es mit großen Öffentlichkeitsansprüchen bei Kirchentagen oder ähnlichen Veranstaltungen in die Presse gebracht wird. Auf unserer Tagung stand eindeutig im Vordergrund der gegenseitige Wunsch, einander näherzukommen, zu vertrauen und mit vereinten Kräften vorwärts zu schauen.
Prof. Ernst-Ulrich von Kameke wies in einem Einleitungsreferat auf die jahrhundert alte Bedeutung der Kirchenmusik als Bindeglied für beide Konfessionen hin, die auch in keiner Weise Gegenstand von Kontroversen zur Lutherzeit in der Reformation gewesen ist.
Mit Interesse und Erstaunen wurde auch im Referat von Prälat Dr. Reimers zur Kenntnis genommen, welch hoher Prozentsatz von Abgeordneten zu den im Bundestag eingerichteten Gebetsfrühstücken regelmäßig erscheinen. Auch wurde über die meisten aktuellen Themen der letzten Jahre, wie z.B. Hartz IV, Schwangerschaftsabbruch, Sterbehilfe, die Integrationsfrage von Ausländern, die auch mit Gewissensfragen verbunden sind, lebhaft und sehr aufgeschlossen diskutiert.
Täglich wurden ökumenische, in beiden Konfessionen bekannte Lieder zum Beginn und Abschluss gesungen.
Eine überraschend ermutigende Tagung, die alle Teilnehmer mit großem Dank erfüllt hat!
(Barbara Zahn)

War Brahms ein Pop-Komponist?

Wenn man die Besucherzahl von 80 Teilnehmern vorwiegend aus der älteren Generation bei der letzten MAS-Tagung im Maritim Hotel Travemünde „Komponistenportrait Johannes Brahms“ in Betracht zieht, will man es kaum glauben: ein so großer Kreis versammelt sich vier volle Tage, um sieben Stunden Leben und die schönsten Beispiele aus dem reichen kompositorischen Schatz dieses Komponisten vor Augen führenzu lassen.

Es ist kaum zu glauben: Vier Tage lang beschäftigen sich 80 Teilnehmer, vorwiegend aus der älteren Generation, von morgens bis abends ausschließlich mit Leben und Werk des großen Johannes Brahms. Sieben Dozenten führen die wichtigsten Werke mit Erläuterungen und CD-Beispielen vor. Aus dem Teilnehmerkreis selbst wird sein Freundeskreis von Adolf Menzel über Anselm Feuerbach zu Max Klinger, von Joseph Joachim zu Robert Schumann in zahlreichen Briefen, Anekdoten, Bildern und Klangbeispielen beschrieben.

Das Ganze in dem berühmten am Ende der Ostsee gelegenen Maritim Hotel in Travemünde, belebt durch das Bild vorbeifahrender, hochmoderner Fährschiffe zwischen Finnland und Deutschland. Eingeleitet wurde diese schöne Tagung durch ein Orgelkonzert des Leiters der Akademie Prof. Ernst-Ulrich von Kameke in der altehrwürdigen St. Lorenzkirche von Travemünde.

„Musik und Medizin“
Johanniterhaus Kloster Wennigsen 16. bis 18.9. 2009 

Eigentlich haben wir dieses Seminar nur belegt, weil Wennigsen so in der Nähe liegt und das schöne Ambiente des Johanniterhauses uns lockte……..
Als wir wieder nach Hause fuhren zogen wir Bilanz: Es hat sich rundum gelohnt!
Nicht nur der erste Tag machte Spaß. Kompetent, energisch und humorvoll angeleitet von Ricarda Hennig gelangen uns einfache englische und schottische Tänze. Das brachte nicht nur unsere Beine, sondern vor allem auch unsere „grauen Zellen“ ordentlich in Bewegung!
Um die ging es auch bei den Vorträgen von Prof. Dr. Altenmüller. Gespickt mit vielen persönlichen Anekdoten und gar nicht trocken erweiterte er unser Wissen um das Funktionieren unseres Nervensystems – das alles im Hinblick auf ganz praktische Verwertbarkeit. Tipps und Tricks fürs richtige Üben, für den Umgang mit Lampenfieber, für Möglichkeiten des Gehörschutzes nahmen wir mit. Für alle Fragen hatte unser sympathischer Dozent ein offenes Ohr. Da er selbst ausgezeichnet Klavier und Querflöte spielt, wusste er um alle Nöte des Musik(aus)übenden.
Wir würden in dieser Form – gerade auch in der Kombination mit Bewegung nach Musik – gern weitere Kurse besuchen, gern auch beiden Referenten wieder begegnen!
MAS-Mitglieder
Anke Hobbensiefken
und Peter Stauder

MAS Chorseminar in der Ev. Akademie Loccum 19.-22. Mai 2009

Als Neulinge beim Chorsingen in Loccum

Was läßt eigentlich zwei Süddeutsche einen Reiseweg von mehr als einem halben Tausend von Kilometern nach Norden auf sich nehmen, allein des Singens wegen? - die Mundpropaganda eines befreundeten Ehepaares aus Deutschlands Nordwesten (Kernzelle der "Grefrather Mafia").

Regelmäßig in einem Chor gesungen haben wir letztmals vor zwei bis drei Jahrzehnten, danach nur noch sehr sporadisch. Da ist es schon wagemutig, ins altehrwürdige Loccum zu einer MUSIKAKADEMIE zu reisen; aber wenigstens das zweite Kriterium von MAS können wir locker erfüllen: Wir sind SENIOREN. 
Und um unserer Schwachheit aufzuhelfen, hat man uns ja auch das Notenmaterial zur angelegentlichen Vorbereitung zugesandt. Das heimische Klavier war zwar hilfreich, erfolgreich aber war nur das vom Mentor und Spritus Rector, Herrn Professor von Kameke, meisterhaft an Ort und Stelle geschlagene (in LOco toCC atUM ), sodaß sich unsere anfängliche turbatio nicht zur perturbatio verstärkte.

Wenn Frau Zahn es so einrichten kann, daß man uns nicht noch einmal das Nummernschild unseres Anreisevehikels entwendet, trauen wir uns womöglich nächstes Jahr wieder nach Loccum.

Doris und Klaus Heumann

Klavierseminar „Bach“ C/3/2009
11. bis 14. Mai 2009 im Nordkolleg Rendsburg

Die Musik-Akademie für Senioren (kurz MAS) wurde 1992 von Herrn Prof. Ernst-Ulrich von Kameke gegründet. Sie bietet Menschen, die nach einem erfüllten Berufsleben ihre Fähigkeiten auf dem Gebiet der Musik wieder aufgreifen und weiter vertiefen möchten, vielseitige Seminare an verschiedenen Orten Schleswig-Holsteins an, z.B. für Flöten-, Streicher-, Bläser- und Klaviermusik sowie für Gesang. Qualifizierte Dozenten geben Übungshilfen, Anregungen, Impulse und technische bzw. künstlerische Gestaltungsvorschläge, je nach Leistungsstand der Teilnehmer.

Das gegenseitige Sich-Zuhören hat seinen besonderen Reiz, weil man auch dadurch viel lernt. Man erhält Ansporn, übt intensiver und wird mit viel Literatur vertraut.
Selbst im hohen Alter (z.B. mit weit über 80 Jahren) ist es möglich, dazuzulernen und Mut zu fassen, Anderen das Erarbeitete vorzutragen.
Neben den Seminaren, in denen die Teilnehmer aktiv sind, werden auch interessante Reisen angeboten oder Komponistenportraits vorgestellt.
Erstmalig wurde in diesem Jahr von einer Klaviergruppe in einer Seniorenwohnanlage ein Konzert gegeben. Schon vor Beginn beeindruckte, wie die Heimbewohner in aller Stille das Konzert erwarteten. Das Programm, das im Bach-Seminar mit Herrn Prof. von Kameke erarbeitet und zusammengestellt wurde, beinhaltete Stücke von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad aus der Barockzeit mit Werken aus dem ‚Wohltemperierten Klavier’ und aus einer Toccata von Johann Sebastian Bach. Um das Konzert vielseitiger zu gestalten, kamen auch aus der Romantik ein Gondellied von Felix Mendelssohn und die ‚Papillons’ von Robert Schumann zu Gehör.
Es ist erstaunlich, mit welcher Anteilnahme die anspruchsvolle Musik aufgenommen wurde. Für die Musizierenden ein Beweis, dass es sich lohnt, andere Menschen teilhaben zu lassen, an dem, was im sozialen Miteinander erarbeitet wurde.
Clara Schwarz

(MAS-Mitglied seit 2004)

Blockflötenseminar 9. bis 12. März 2009 mit Ulrike Jürgensen

19 Teilnehmer reisten mit ihrem teilweise reichlichen „Blockflötengepäck“ und den zugesandten Noten in Rendsburg  an. Einige Teilnehmer nahmen einen recht weiten Weg in Kauf: Aber – es hat sich gelohnt!
Frau Jürgensen verstand es mit Geduld, Fachkompetenz und klarem Dirigat trotz sehr unterschiedlicher Lernvoraussetzungen und Erwartungen der Seminarteilnehmer, die einzelnen Spieler zu einem „Blockflötenchor“ zu vereinen - und nicht nur zu vereinen, sondern diesen auch zum Klingen zu bringen. Alle Blockflöten von Sopran bis Subbass kamen zum Einsatz.
Die Literatur hatte unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Es wurden u.a. Stücke von Bach, Dowland, Telemann, Händel und, passend zu dem Austragungsort, einige Tänze von Poser gespielt. Sogar ein Bossa Nova war dabei und wurde mit Begeisterung geflötet. Es gab auch die Möglichkeit, kleine Gruppen zu bilden und Stücke zu erarbeiten.
Am Ende des Seminares waren sich alle Teilnehmer einig: es war eine zwar für einige anstrengende aber eindrucksvolle, lehrreiche und schöne Zeit, die unbedingt wiederholt werden könnte. Für viele Teilnehmer ist so ein Seminar motivierend, sich noch intensiver mit ihrem erwählten Instrument zu befassen.
Wir danken der MAS, dass sie uns eine so eine nette und kompetente Blockflöten- dozentin vermittelt hat.
Ingrid von Oelhafen, Hasbergen (MAS-Teilnehmerin)