Und wieder konnten mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in
Travemünde beglückende, bereichernde Tage erleben, an
deren Ende unterschiedliche Mosaiksteine aus Kultur, Musik und Politik
ein beeindruckendes Gesamtbild vom Aufbruch in die Moderne entstehen
ließen.
Die Begegnung wissensdurstiger, aufmerksamer Zuhörer mit einer
außergewöhnlichen Dozentenkompetenz stellt wohl
erneut das Geheimnis des Gelingens dar.
Der immer gleiche Tenor von Untergang, Veränderung und
Aufbruch zog sich wie ein roter Faden durch die Woche, als geeigneter
Handlauf auf dem Weg der Zuhörer durch die unterschiedlichen
Disziplinen:
Historisch gesehen bildet sich der Niedergang der K.u.K.-Monarchie,
ganz Europas und der Eliten in dem Satz von Professor
Matthée ab: „Ein Baum, der sich zum Sterben
anschickt, leuchtet in den schönsten Farben.“ Trotz
des prächtigen „Schönbrunner
Gelbs“ ist Wien ein „gärender
Brei“.
Auch die Musik befindet sich an einem Wendepunkt, wenn der klassische
Aufbau der Sinfonie nicht mehr funktioniert wie bei Gustav Mahler
(„Kuckuck hat sich zu Tode gefallen“, 3. Sinfonie),
wenn Béla Bartók sich von den bisherigen
Dur-Moll-Tonalitäten verabschiedet und wenn 1925 die Oper
Wozzeck des Schönbergschülers Alban Berg eine
Scheidemarke in der Opernkultur darstellt und dessen Violinkonzert
12-tönig durchkomponiert ist. Auch die Entwicklung der
Sinfonischen Dichtung mit Richard Strauss als Höhepunkt stellt
Zuhörer vor neue große Herausforderungen. Dass
„der Unterschied zwischen einer Kuh und einem Schaf ein
Fagott“ ist, lernen wir bei den Vier Jahreszeiten von Joseph
Haydn, der Keimzelle sinfonischer Dichtung.
Die Architektur sucht ebenfalls europaweit nach neuen Wegen; denn
„alles muss anders werden“. Dennoch finden
Jugendstil und Bauhaus nur geteilte Aufmerksamkeit, bis hin zur
Ablehnung.
Literatur und Philosophie stimmen ein in den allgemeinen Abgesang:
Schriftsteller verlieren ihre Sprache, weil das Ich zerbricht, und
Martin Heidegger schweigt zur Musik, wenn er mit 45 Jahren sein
kunstphilosophisches Hauptwerk „Der Ursprung des
Kunstwerkes“ schreibt, wohl weil die Frage nach der Kunst,
der Musik zur Frage nach dem Sein führt.
In all den Tagen habe ich mehr vom Niedergang gehört als von
einem gelungenen Aufbruch, vielleicht vor dem Hintergrund der heutigen
Zeit? Meine biografische Nähe zum dargestellten Zeitraum
ließ mich die Vorträge in besonders intensiver Weise
aufnehmen.
Dankbar schaue ich auf eine gelungene interdisziplinäre
Zusammenschau eines historischen Abschnittes zurück, auch auf
den wunderbaren Abend „MAS für MAS“, bei
dem mich Mitglieder der Akademie mit ihrem Spiel und Gesang tief
beeindruckten.
Jutta Wilfert, Dozentin und Präsidiumsmitglied der MAS


Der absolute Höhepunkt
der Reise jedoch war die Stadt Essen:
Wer sich der Reise ins Ruhrgebiet mit der klischeehaften Vorstellung des Ruhrgebiet als einer von Kohle- und Stahlindustrie geprägten
Region anschloss, durfte bald erfahren, dass dieses Klischee schon lange nicht mehr der Wirklichkeit entspricht. Begleitet von
kenntnisreichen und sehr engagierten Reiseführern offenbarte sich die Region zwischen Ruhr, Rhein und Emscher als ein Revier zwar
von industriegeprägter Landschaft - man denke nur an den Blick vom Gasometer in Oberhausen - aber doch mit viel Grün unter strahlend
blauem Himmel, von architektonischem Reichtum, von langer kirchengeschichtlicher Vergangenheit und von beeindruckender kultureller Vielfalt.
Trotz verheerender Zerstörung im zweitem Weltkrieg und dem Abrisswahn. der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts blieb genug stehen
oder wurde neu erschaffen, was eine Besichtigung lohnt: die Wohnsiedlungen der Hütten- und Bergarbeiter, die Villa Hügel als Wohnsitz
der Familie Krupp, Gebäude von hervorragender Industriearchitektur, die ofl nur mit Mühe vor dem Abriss gerettet werden konnten und
nun als Weltkulturerbe gefeiert werden, sowie die Beispiele moderner Architektur und Stadtplanung. Verblüffend die Ähnlichkeit des
Duisburger Innenhafens mit Hamburgs Hafen-City. Nutzungskonzept und architektonische Umsetzung stehen offensichtlich Modell bei der
Planung und Realisierung des neuen Hamburger Stadtteils.
Die drei im Rahmen der Reise an völlig unterschiedlichen Orten besuchten Ausstellungen zu sehr unterschiedlichen Themen dokumentieren
darüber hinaus die große Vielfalt der Museumslandschaft des Ruhrgebietes: die Ausstellung „Das schönste Museum der Welt" im wunderschönen Erweiterungsbau des Folkwangmuseums in Essen, die Ausstellung „ Sternstunden - Wunder des Sonnensystems" im Gasometer zu Oberhausen und der Domschatz im Essener Dom .
Was aber wäre eine Reise der MAS ohne Musik. So stand auf dem Programm der Reise der Besuch einer Aufführung von Verdis Nabucco
im Aalto - Musiktheater in Essen. Der Aufführung vorausgegangen war eine Einführung durch Herrn Szcepanski ,
einem Mitarbeiter des Aalto - Musiktheaters, in der es neben dem szenischen und musikalischen Inhalt der
Oper auch um das Ziel der Inszenierung ging, nämlich, die Aktualität von in der Oper auftauchenden Konflikten
herauszuarbeiten, beispielsweise den Konflikt zwischen religiöser und politischer Macht. Am Ende der Aufführung
blieb umstritten, wie weit die Inszenierung dieses selbst gesteckte Ziel hat erreichen können.
Eine Führung durch die Folkwang - Hochschule für Musik, Theater und Tanz, untergebracht in dem barocken Gebäude des ehemaligen
Benediktiner Klosters Werden, und der Besuch der benachbarten spätromanischen Abteikirche St. Ludgerus bedeutete die erste Begegnung
mit der mehr als tausendjährigen kirchlichen Geschichte des Ruhrgebiets. Hier begann auch der kleine Orgelzyklus, der jedem Tag sein
individuelles Gepräge gab, und sicherlich zu den Höhepunkten der Reise zählte: hier in St. Ludgerus der warme Ton der Klais - Orgel,
später dann von ganz anderem Charakter die Stockmann - Orgel in der neugotischen Kirche St. Augustin in Gelsenkirchen, auf der
Herr Prof. von Kameke ein beeindruckendes Konzert gab mit Werken vorwiegend barocker Komponisten.
Wieder ganz anders verlief die
Vorführung der Kuhn - Orgel mit Herrn Prof. Stangier in der Essener Philharmonie. Es wurde eine beeindruckende Lehrstunde über
die Bausteine einer Orgel im Allgemeinen und die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Klanggestaltung dieser modernen Konzertorgel.
Da gab es ein wenig Theorie und eine Fülle von wunderbaren Klangbeispielen und Improvisationen.
Die Reise endete, wie man es sich nicht besser hätte wünschen können: mit einem großartigen Vorführung der Rieger - Orgel im Dom zu Essen.
Herrn Prof. von Kameke und Frau Zahn sei herzlich gedankt für diese beeindruckende Reise.
MAS-Mitglieder
Gerhild und Hinrich Brehmer
Im
August fand vergnüglich
und anregend wieder das Kreativ-Seminar der MAS statt, dieses Mal im
Christophorus-Haus in Ratzeburg. Zwei „Neulinge“
frischten die
Runde auf zu jetzt neun Teilnehmern. Sie fügten sich glatt
ein, und
es entstand der Geist gegenseitiger Empathie, der Unsicherheiten
aufhebt. Dadurch glichen sich Unterschiede in der Vorbildung aus.
Grundkenntnisse am Klavier sind jedoch wünschenswert.
Professor
von Kameke
verstand es, jeden seiner Schüler „dort abzuholen,
wo sein
Kenntnisstand ist“.
Es
wurden Hörübungen
unternommen und Rhythmusnotierungen an der Tafel. Allgemein werden
Musiktheorie und Harmonielehre zunehmend interessant, zumal wenn man
darin die eigenen kompositorischen Ergebnisse staunend wiederfindet.
Man gestaltet eine Melodie oder einen Satz ja nicht im Hinblick auf
die Theorie, sondern das Kreative ergibt sich in uns. Das
Gespräch
glitt auch ab in historische philosophische Nebenthemen.
„Musik ist
unbestreitbar vorhanden, und doch nicht existent“
führte zu
transzendentalen Aspekten.
Es
wurden Liedformen
durchgenommen und eigene oder bekannte Melodien erweitert oder
variiert und nach anderen Möglichkeiten der Harmonisierung
kleiner
Tonfolgen gesucht. Höhepunkte waren wie immer das Vortragen
mitgebrachter Kompositionen, zu denen dann ggf. einfallsreichere
Änderungen erwogen werden.
Abends
saßen wir (auch
das freiwillig) ein Stündchen bei einem Glas Rotwein zusammen.
Wahrscheinlich
ist dieser
Kreativ-Kurs musikalischer Art für Senioren der einzige in
Deutschland. Jeder ist uns willkommen!
Birgit Hambach-Uldall
Das Thema "Kunstlied" lockte einige Musikbegeisterte voller
Erwartung
nach
Eutin. In wunderschöner Umgebung - das Hotel liegt direkt am
Kellersee - genossen
wir vier Tage lang die hervorragenden Beiträge der drei
Dozenten.
Als erste brachte uns Frau Prof. Dr. Elena Wanske das Liedschaffen
Schuberts
und Schumanns nahe durch ausgewählte Beispiele, indem sie auf
das
Wechselspiel von Sprachrhythmus, Singstimme und Klavier anhand von
Notenbeispielen aufmerksam machte, Klänge am Klavier
demonstrierte und die
entsprechenden CDs vorspielte. Es war ein Genuss, dem Vortrag
zuzuhören, da
bei allen Details auch die Begeisterung der Sängerin
durchklang.
Herr Cristian Peix führte danach in die Liedkompositionen von
Brahms und
Mahler ein. Er faszinierte die Zuhörer durch sein wunderbares
Klavierspiel,
das sowohl Weiterentwicklung als auch Besonderheiten der beiden
Komponisten
deutlich machte. Er zeigte, welche wesentliche Bedeutung die
Klavierstimme
für das Lied und den Text hat. Auch hier rundeten CDs und
Interpretationsvergleiche das Bild ab.
Abschließend führte Herr Peter-Amadeus Schneider
eine Fülle unbekannter
Liedkomponisten des 19. Jahrhunderts vor, die, wie er sagte, - den
Humus
gebildet haben, aus dem Komponisten wie Schubert, Schumann, Brahms und
Mahler erst möglich wurden -. Wer hatte vorher schon von
August Bungert oder
Adolf Jensen gehört ( um nur zwei von ihnen zu nennen )? Neben
ausgewählten
CDs bereiteten uns Herr Schneider mit seinem voll tönenden
Bariton und Herr
Peix mit seiner einfühlsamen Klavierbegleitung einen
besonderen Kunstgenuss.
Eindrucksvoll waren die Vergleiche der Vertonungen derselben Gedichte
durch
unterschiedliche Komponisten.
Alle drei Dozenten begeisterten sowohl durch ihr umfangreiches Wissen
als
auch ihre Musikalität.
Ein Seminar, das noch lange nachwirken wird!
Heike Caselitz
so titelt der "Holsteinische Courir" am 21.5.2010 einen
Bericht
über das MAS Klavier Seminar in Rendsburg.
....."Was für ein Tag für Dr. Renate Fechner: Ihr
Leben lang hat sie nur daheim Klavier gespielt und nun sollte sie vor
Bewohnern des Seniorenzentrums das erste Mal quasi öffentlich
auftreten.
Sie war nicht die einzige, die an diesem Tag in demHaus musizierte. Ein
Dutzend andere Musiker führten am Klavier vor, was sie in der
Musik-Akademie für Senioren gelernt hatten.
Die MAS hat es sich
zur Aufgabe gemacht,die Liebe zur Musik zu erhalten oder zu wecken.Dazu
dienen das gemeinsame Musizieren und Singen, musikgeschichtliche
Vorträge, Komponistenportraits, Oper, Sinfonik, Kirchenmusik,
Musiktheorie und Kulturreisen.. .... Doch weder das Alter,
noch die Frage ob man als Anfänger oder Fortgeschrittener
mitmache, spielt eine Rolle. ... Prof. Ernst-Ulrich von Kameke hat die
Musikakademie vor Jahren aus der Taufe gehoben. "jung und
vergnügt" bleiber jeder, so von Kamekes Credo, wenn er aktiv
musiziere.
Eine Lebensreise in "Dur und Moll" ist seine Autobiografie
überschreiben und in der Tat hat der in Großenaspe
lebende Professor unter anderem als Konzertorganist, als Chor- und
Orchsterdirigent, Komponist unsd Hochschullehrer gearbeitet.
... Letzlich versteht er Musik auch als Mittel gegen
Einsamkeit und gründete daher die Akademie, um
generationsübergreifende Begegnungen mit Musik zu
ermöglichen.
Montag, 31.05. - Freitag, 04.06.
St. Burkadus-Haus, Würzburg
Alle Jahre wieder …
Aus 25 verschiedenen Wohnorten kamen 48 Chorsänger in dem
wunderschön gelegenen Kloster Loccum zusammen, um ein
vielseitiges Programm einzustudieren und als Abschluss in einer
Abendvesper in der Martini-Kirche Rehburg vor einer kleinen
Zuhörerschar darzubringen.
Unter der Leitung von Prof. Ernst-Ulrich von Kameke, dem
Gründer der Musik-Akademie für Senioren, waren Werke
von H. Schütz (111. Psalm), 2 Motetten von H. Distler, S. Reda
(Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras), H. Kaminski (Aus der Tiefe
rufe ich, Herr, zu dir) und J.S. Bach (Motette: Lobet den Herrn, alle
Heiden) zu hören.
Durch konzentriertes, viertägiges Proben und gemeinsames
Musizieren entstand schnell eine herzliche und freundschaftliche
Verbindung unter den Sängern, von denen sich manche seit
Jahren, andere noch gar nicht kannten. Die erfahrene und weithin
bekannte Stimmbildnerin Prof. Elisabeth Bengtson-Opitz (Hamburg)
verhalf den Sängern zu stimmtechnischer Sicherheit und
verbesserte damit den Chorklang erheblich innerhalb dieser
Tage. Dreimal täglich fanden Stimmbildungseinheiten von 30 bis
45 Minuten statt, auf Wunsch konnte man auch Einzelberatung erfahren,
in der Frau Bengtson-Opitz auf individuelle Fragen und Schwierigkeiten
einging. Bewundernswert ist jedes Jahr wieder das
Durchhaltevermögen der Teilnehmer: 7 bis 8 Stunden Proben am
Tag!
Keiner der Zuhörer wollte glauben, dass die meisten
Sänger dieses Chores über 60 Jahre alt sind und einen
Klang zustande bringen, dem das Alter der Sänger nicht im
geringsten anzumerken ist.
Unter den vielen Fortbildungsangeboten der nunmehr 17 Jahre
existierenden Musik-Akademie für Senioren hat sich das
Chorsingen mit jährlich drei mehrtägigen
Zusammenkünften fest eingefügt. Für
Sänger, die aus Altersgründen aus ihren
Chören entlassen werden, tut sich hier die
Möglichkeit auf, eine neue chorische Heimat zu finden. Sie
werden weiter professionell beraten und können Musik auf dem
gleichen Niveau, wie sie es von ihren früheren
Chören gewohnt waren, erarbeiten und vortragen.
Der Termin für nächstes Jahr steht bereits fest: 1.
bis 5. Juni 2011.
Wir freuen uns über neue Chormitglieder und
Anmeldungen (Tel./Fax: 040/6408809, zahn@musik-akademie.de).
Barbara Zahn
Wenn man die Besucherzahl von 80 Teilnehmern vorwiegend aus der
älteren Generation bei der letzten MAS-Tagung im Maritim Hotel
Travemünde „Komponistenportrait Johannes
Brahms“ in Betracht zieht, will man es kaum glauben: ein so
großer Kreis versammelt sich vier volle Tage, um sieben
Stunden Leben und die schönsten Beispiele aus dem reichen
kompositorischen Schatz dieses Komponisten vor Augen führenzu
lassen.
Es ist kaum zu glauben: Vier Tage lang beschäftigen sich 80
Teilnehmer, vorwiegend aus der älteren Generation, von morgens
bis abends ausschließlich mit Leben und Werk des
großen Johannes Brahms. Sieben Dozenten führen die
wichtigsten Werke mit Erläuterungen und CD-Beispielen vor. Aus
dem Teilnehmerkreis selbst wird sein Freundeskreis von Adolf Menzel
über Anselm Feuerbach zu Max Klinger, von Joseph Joachim zu
Robert Schumann in zahlreichen Briefen, Anekdoten, Bildern und
Klangbeispielen beschrieben.
Das Ganze in dem berühmten am Ende der Ostsee gelegenen
Maritim Hotel in Travemünde, belebt durch das Bild
vorbeifahrender, hochmoderner Fährschiffe zwischen Finnland
und Deutschland. Eingeleitet wurde diese schöne Tagung durch
ein Orgelkonzert des Leiters der Akademie Prof. Ernst-Ulrich von Kameke
in der altehrwürdigen St. Lorenzkirche von Travemünde.
Als Neulinge beim Chorsingen in Loccum
Was läßt eigentlich zwei Süddeutsche einen Reiseweg von mehr als einem halben Tausend von Kilometern nach Norden auf sich nehmen, allein des Singens wegen? - die Mundpropaganda eines befreundeten Ehepaares aus Deutschlands Nordwesten (Kernzelle der "Grefrather Mafia").
Regelmäßig
in einem Chor gesungen haben wir letztmals vor zwei bis drei
Jahrzehnten, danach nur noch sehr sporadisch. Da ist es schon
wagemutig, ins altehrwürdige Loccum zu einer MUSIKAKADEMIE zu
reisen; aber wenigstens das zweite Kriterium von MAS können
wir
locker erfüllen: Wir sind SENIOREN.
Und
um unserer Schwachheit aufzuhelfen, hat man uns ja auch das
Notenmaterial zur angelegentlichen Vorbereitung zugesandt. Das
heimische Klavier war zwar hilfreich, erfolgreich aber war nur das
vom Mentor und Spritus Rector, Herrn Professor von Kameke,
meisterhaft an Ort und Stelle geschlagene (in LOco
toCC atUM ),
sodaß sich unsere anfängliche turbatio nicht zur
perturbatio
verstärkte.
Wenn Frau Zahn es so einrichten kann, daß man uns nicht noch einmal das Nummernschild unseres Anreisevehikels entwendet, trauen wir uns womöglich nächstes Jahr wieder nach Loccum.
Doris und Klaus Heumann Die Musik-Akademie für Senioren (kurz MAS) wurde
1992 von Herrn
Prof. Ernst-Ulrich von Kameke gegründet. Sie bietet Menschen,
die nach einem
erfüllten Berufsleben ihre Fähigkeiten auf dem Gebiet
der Musik wieder
aufgreifen und weiter vertiefen möchten, vielseitige Seminare
an
verschiedenen Orten Schleswig-Holsteins an, z.B. für
Flöten-,
Streicher-, Bläser- und Klaviermusik sowie für
Gesang.
Qualifizierte Dozenten geben Übungshilfen, Anregungen, Impulse
und
technische bzw. künstlerische Gestaltungsvorschläge,
je nach
Leistungsstand der Teilnehmer.
Das gegenseitige Sich-Zuhören hat seinen besonderen Reiz, weil
man
auch dadurch viel lernt. Man erhält Ansporn, übt
intensiver und wird mit
viel Literatur vertraut.
Selbst im hohen Alter (z.B. mit weit über 80 Jahren) ist es
möglich, dazuzulernen und Mut zu fassen, Anderen das
Erarbeitete vorzutragen.
Neben den Seminaren, in denen die Teilnehmer aktiv sind, werden auch
interessante Reisen angeboten oder Komponistenportraits vorgestellt.
Erstmalig wurde in diesem Jahr von einer Klaviergruppe in einer
Seniorenwohnanlage ein Konzert gegeben. Schon vor Beginn
beeindruckte, wie die Heimbewohner in aller Stille das Konzert
erwarteten. Das Programm, das im Bach-Seminar mit Herrn Prof. von
Kameke erarbeitet und zusammengestellt wurde, beinhaltete
Stücke von
unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad aus der Barockzeit mit Werken
aus dem ‚Wohltemperierten Klavier’ und aus einer
Toccata von
Johann Sebastian Bach. Um das Konzert vielseitiger zu gestalten,
kamen auch aus der Romantik ein Gondellied von Felix Mendelssohn und
die ‚Papillons’ von Robert Schumann zu
Gehör.
Es ist erstaunlich, mit welcher Anteilnahme die anspruchsvolle Musik
aufgenommen wurde. Für die Musizierenden ein Beweis, dass es
sich lohnt, andere Menschen teilhaben zu lassen, an dem, was im
sozialen
Miteinander erarbeitet wurde.
Clara Schwarz
(MAS-Mitglied seit 2004)
19 Teilnehmer reisten mit ihrem teilweise reichlichen
„Blockflötengepäck“ und den
zugesandten Noten in Rendsburg an. Einige Teilnehmer nahmen
einen recht weiten Weg in Kauf: Aber – es hat sich gelohnt!
Frau Jürgensen verstand es mit Geduld, Fachkompetenz und
klarem Dirigat trotz sehr unterschiedlicher Lernvoraussetzungen und
Erwartungen der Seminarteilnehmer, die einzelnen Spieler zu einem
„Blockflötenchor“ zu vereinen - und nicht
nur zu vereinen, sondern diesen auch zum Klingen zu bringen. Alle
Blockflöten von Sopran bis Subbass kamen zum Einsatz.
Die Literatur hatte unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Es wurden
u.a. Stücke von Bach, Dowland, Telemann, Händel und,
passend zu dem Austragungsort, einige Tänze von Poser
gespielt. Sogar ein Bossa Nova war dabei und wurde mit Begeisterung
geflötet. Es gab auch die Möglichkeit, kleine Gruppen
zu bilden und Stücke zu erarbeiten.
Am Ende des Seminares waren sich alle Teilnehmer einig: es war eine
zwar für einige anstrengende aber eindrucksvolle, lehrreiche
und schöne Zeit, die unbedingt wiederholt werden
könnte. Für viele Teilnehmer ist so ein Seminar
motivierend, sich noch intensiver mit ihrem erwählten
Instrument zu befassen.
Wir danken der MAS, dass sie uns eine so eine nette und kompetente
Blockflöten- dozentin vermittelt hat.
Ingrid von Oelhafen, Hasbergen
(MAS-Teilnehmerin)