Kammermusik-Workshop für Streicher und Bläser

Leitung: Andreas Klaue

D/3/2025, 19.10.2025 - 22.10.2025, Rendsburg - Nordkolleg, Anmeldung bis 18.09.2025

Programmvorschlag:

A. Mozart: Quartett D-Dur für Flöte, Violine, Viola und Violoncello KV 285

Joseph Rheinberger: Nonett für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass op. 139

Johann Sobeck: Quintett F-Dur für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott

NEU! Neben Einzelpersonen steht das Seminar auch festen Ensembles offen. Gern mit Klavier!

Gerne möchten wir Sie einladen, diese herrliche und interessante Musik in aller Ruhe im Nordkolleg Rendsburg zu entdecken. Das Ambiente, die relative Abgeschiedenheit des Probenortes mit den professionellen Räumlichkeiten für das Schleswig-Holstein Festival, bietet dem Interessierten ein unvergessliches langes Wochenende.

Wenn Sie schon ein eigenes Ensemble mit eigener Literatur haben, steht Ihnen dieses Seminar natürlich auch offen. Sprechen Sie uns gerne an. Wir sind sicher, auch hier Ihnen ein gelungenes Wochenende anbieten zu können.

wann und wo:
Sonntag, 19.10.2025, 15.00 – Mittwoch, 22.10.2025, 13.00 Uhr
Rendsburg, Nordkolleg
Anmeldeschluss: 18.09.2025
Kursentgelt:
MAS-Mitglieder: 150,00 €
Nichtmitglieder: 185,00 €
3 Ü/EZ/VP: 306,00 €
3 Ü/DZ/VP p.P.: 263,00 €

 

W. A. Mozart

Flötenquartett D-Dur für Flöte, Violine, Viola und Violoncello, KV 285

Mozart komponierte sein erstes Flötenquartett, KV 285, auf seiner letzten großen Reise 1777 in Mannheim. Er hatte dort den „indianischen Holländer“ Ferdinand De Jean kennengelernt, der als Arzt im Dienst der ostindischen Kompanie gestanden hatte. Dieser dilettierte auf der Traversflöte und bestellte bei ihm gegen ein fürstliches Honorar „drei kleine, leichte und kurze Concertln und ein Paar quattro auf die flötte“. Mozart scheint aber die Lust an dem Auftrag bald verloren zu haben, denn tatsächlich komponierte er nur ein vollständiges Quartett und ein neues Konzert für De Jean. Alle anderen Mannheimer Flötenwerke stellte er aus Bearbeitungen zusammen oder sie blieben fragmentarisch, so dass ihm der Besteller am Ende mit Recht nur weniger als die Hälfte des Honorars auszahlte.

Das D-Dur-Quartett ist jenes einzige vollständige Flötenquartett vom Dezember 1777. In ihm spürt man noch nichts von Mozarts später so gerne geäußertem Widerwillen gegen die barocke Querflöte mit ihren Intonationsschwächen. Im Gegenteil nutzte er hier alle ihre Vorteile gekonnt aus: die Geläufigkeit im bequemen D-Dur, die hohen strahlenden Kantilenen und die dynamischen Schattierungen. Besonders delikat wirkt das Licht- und Schattenspiel der Flöte im h-Moll-Adagio über dem serenadenhaften Pizzicato. Auch im Allegro und Rondeau lassen der Schwung der Themen und der differenzierte Streichersatz noch keine Anzeichen von Lustlosigkeit erkennen.

Der musikalischen Hochblüte Mannheims im späten 18. Jahrhundert verdankt Mozarts D-Dur-Flötenquartett seine Entstehung. Der junge Salzburger Meister hielt sich im Winter 1777/78 für mehrere Monate in der kurpfälzischen Residenzstadt auf, weil er am Musenhof Karl Theodors auf Anstellung hoffte. Im Dunstkreis des kurfürstlichen Flötenspielers lernte er bekannte und weniger bekannte Flötisten kennen wie etwa den berühmten Virtuosen Johann Baptist Wendling, mit dem er sich eng befreundete, oder den aus Bonn stammenden Medizingelehrten Ferdinand de Jean, der das Flötenspiel dilettierend betrieb.

Joseph Rheinberger

Nonett für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass op. 139

Rheinberger, Joseph Gabriel, * 17. März 1839 in Vaduz, † 25. Nov. 1901 in München

Rheinberger wuchs mit acht Geschwistern in kunstfremden Verhältnissen auf. Doch erhielt der erstaunlich Frühbegabte bereits mit vier Jahren von dem tüchtigen Dorfschullehrer Sebastian Pöhli den ersten Musikunterricht. Pöhlis Nachfolger Philipp Schmutzer übernahm 1848 den Unterricht in Harmonielehre, Klavier- und Orgelspiel.

Zwölfjährig übersiedelte Rheinberger nach München, wo er seine dauernde Wahlheimat fand. Hier studierte er bis 1854 an der städtischen Musikschule. Später erfuhr seine Ausbildung noch eine gewisse Ergänzung in privaten Unterweisungen durch Franz Lachner.

1860 bis 1866 hatte Rheinberger das Organistenamt an der St. Michaels-Hofkirche inne. 1867 erfolgte seine Ernennung zum Professor für Orgel und Kapellmeister an der inzwischen durch Richard Wagner und Hans von Bülow erneuerten, nunmehr kgl. Musikschule. In dieser Stellung wirkte er bis zu seinem Todesjahr, als meisterlicher Pädagoge weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt, gesucht und verehrt.

Zu seinen nachmals zu Ansehen gelangten Schülern zählen u. a. Engelbert Humperdinck und Ermanno Wolf-Ferrari.

Rheinbergers ureigenstes Gebiet war die Orgel-Sonate: in den zwanzig Werken dieser Gattung dokumentiert sich die Eigenart der Persönlichkeit und die Meisterschaft des an Bach gereiften Kontrapunktikers Rheinberger besonders eindrucksvoll.

Sein kammermusikalisches Schaffen nimmt neben seinem Orgelschaffen auch heute noch einen großen Raum in der Musikliebhaberwelt ein. Das Nonett op. 139 für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott Horn, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass ist neben seinem Sextett op. 191b wohl das beliebteste Kammermusikwerk von Rheinberger. Seine romantischen Kantilenen ziehen sich durch alle Stimmen und laden zum ausladenden Spiel ein.

Das Notenmaterial wird nach dem Anmeldeschluss zugeschickt.

Johann Sobeck

Quintett F-Dur für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott

Sobeck, Johann, * 30. April 1831 in Luditz bei Karlsbad, † 9. Juni 1914 in Hannover

Sobeck war von seinem zwölften Lebensjahr an bis 1849 Schüler von Fr. Tadeusz Blatt am berühmten Prager Konservatorium, wo er gegen Ende seines Studiums einige viel beachtete Konzertauftritte absolvierte. Außerdem studierte er das Fach Komposition beim Direktor des Prager Konservatoriums, Joh. Fr. Kittl, bevor er für zwei Jahre im Baden-Badener Theaterorchester als Soloklarinettist tätig war.

1851 erhielt er einen ehrenvollen Ruf als Erster Klarinettist und von 1853 an als Königlicher Hof- und Kammermusiker an das Königliche Theater in Hannover – eine Position, die er für sage und schreibe ein halbes Jahrhundert innehaben sollte!

Von Hannover aus unternahm Sobeck Konzertreisen durch ganz Deutschland und erwarb sich einen ausgezeichneten Ruf als Virtuose.

Neben seinen Vielfältigen musikalischen Tätigkeiten unterrichtete der auch als Lehrer hochgeschätzte Sobeck einen großen Schülerkreis.

Im Juli 1858 kehrte er noch einmal an seine frühere Wirkungsstätte, das Prager Konservatorium, zurück, als Gast und Solist seines Klarinettenkonzertes.

Am 9. Juni 1914 starb Johann Sobeck 83-jährig in Hannover.

Sobecks wichtigste Werke indes sind seine insgesamt vier Bläserquintette aus den Jahren 1879, 1892, und 1897 für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott.

Das erste der Quintette ist in F-Dur geschrieben und man spürt den Praktiker Sobeck, der mit F-Dur eine typische »Bläser«-Tonart nimmt.

Lassen Sie sich von dem Stück überraschen, von dem Sie bislang vermutlich noch gar nichts wussten!